AURICON GmbH - Versicherungsmakler - AURICON GmbH

Extremwetter in Österreich: Was du jetzt tun musst, um vorbereitet zu sein

Autor: Akad. FDL Thomas Kubala, BA, MFP
Zuletzt aktualisiert: 20. Oktober 2025
Akad. FDL Thomas Kubala, BA, MFP
Akad. FDL Thomas Kubala, BA, MFP
Geschäftsführender Gesellschafter
Filter Kategorien
Filter Monate
Extremwetter in Österreich: Was du jetzt tun musst, um vorbereitet zu sein
Extremwetter in Österreich: Was du jetzt tun musst, um vorbereitet zu sein

82 % der Österreicher:innen haben bereits Extremwetter erlebt. Erfahre, was du jetzt tun kannst, um dich und dein Zuhause besser zu schützen.

Du hast das Gefühl, es wird jedes Jahr schlimmer? Erst die Hitze, dann der Starkregen, und irgendwo in Österreich steht wieder eine Ortschaft unter Wasser. Du liest von Überschwemmungen, Muren, Evakuierungen – und fragst dich insgeheim: Wann bin ich dran?

Wenn du so denkst, bist du nicht allein. Laut einer aktuellen Allianz-Studie haben über 80 % der Österreicher:innen bereits persönliche Erfahrungen mit Extremwetter gemacht – viele mehrfach. Die Sorge ist real. Und sie wächst: Fast 90 % machen sich mittlerweile Gedanken um ihre Sicherheit, ihr Zuhause und die Zukunft ihrer Familie.

Wir sprechen also nicht mehr über ein entferntes Klimaphänomen. Wir sprechen über konkrete Bedrohungen vor der eigenen Haustür. Über Hitze, die krank macht. Über Regen, der Keller flutet. Und über das Gefühl, dem Ganzen ausgeliefert zu sein.

In diesem Artikel erfährst du, wie stark Extremwetter Österreich tatsächlich betrifft, was uns der Sommer 2025 gezeigt hat – und vor allem, was du jetzt tun kannst, um dich besser zu schützen. Denn auch wenn du den Klimawandel nicht aufhalten kannst: Du kannst verhindern, dass er dir alles nimmt.

 

1. Der Status Quo: Wie betroffen ist Österreich wirklich?

Es ist offiziell: Extremwetter gehört in Österreich längst zum Alltag. Was früher „einmal in 100 Jahren“ passierte, trifft heute immer mehr Menschen – und immer öfter.

Laut der Allianz-Studie aus dem August 2025 haben 82 % der Befragten bereits persönlich Naturkatastrophen oder Extremwettersituationen erlebt. Die häufigsten Ereignisse: Hitze, Starkregen, Stürme und Überschwemmungen.
Besonders bemerkenswert: Nicht nur ältere Generationen oder Menschen in ländlichen Regionen berichten von Erfahrungen – quer durch alle Altersgruppen und Bundesländer fühlen sich Menschen direkt betroffen.

Was macht den Menschen am meisten Angst?

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache:

  • 52,7 % sorgen sich um Umweltschäden,

  • 46,7 % um das Wohlergehen der Familie,

  • 45,1 % um ihren Wohnraum,

  • und ein Fünftel befürchtet sogar die Zerstörung der eigenen Existenzgrundlage.

Nur 13,4 % sagen, sie hätten keine Sorgen in Bezug auf Extremwetter. Heisst: 7 von 8 Menschen in Österreich sind beunruhigt – und das mit gutem Grund.

Wo trifft es wen besonders stark?

Je nach Region sind bestimmte Wetterextreme häufiger – und damit auch bedrohlicher:

  • Starke Hitze wird besonders oft von Wiener:innen (69 %), Kärntner:innen (65 %) und Steirer:innen (62 %) genannt.

  • Starkregen betrifft überdurchschnittlich viele in Oberösterreich (61 %), Salzburg (61 %) und Niederösterreich (58 %).

  • Überflutungen sind ebenfalls keine Seltenheit mehr: 37 % der Befragten haben so ein Ereignis schon erlebt.

Und dann war da noch das Jahrhunderthochwasser im September 2024. Auch das hat Spuren hinterlassen – emotional wie materiell. Rund 16 % der Bevölkerung waren direkt betroffen, in Niederösterreich sogar 21 %. Neben Sachschäden berichteten 6 % sogar von körperlichen Verletzungen.

Kurz gesagt:
Die Frage ist nicht mehr, ob Extremwetter dich trifft – sondern wann.

 

2. Was uns der Sommer 2025 gezeigt hat

Falls du dachtest, der Sommer 2025 sei irgendwie „normal“ gewesen – war er nicht. Laut Geosphere Austria war er einer der wärmsten Sommer der gesamten Messgeschichte. Genauer gesagt: Platz 8 seit Beginn der Aufzeichnungen vor 259 Jahren. Und das im Tiefland, wo die meisten Menschen leben.

Extreme in beide Richtungen

Besonders auffällig war, wie stark sich die Wetterlagen abwechselten:

  • Juni: trocken, sonnig, gefühlt mediterran – für viele noch angenehm.

  • Juli: dann die Kehrtwende – deutlich kühler, aber mit heftigen Regenphasen, die in manchen Regionen zu Murenabgängen und Überschwemmungen führten.

Es ist genau diese Unberechenbarkeit, die Extremwetter so gefährlich macht.
Hitze bedeutet nicht nur ein paar heiße Tage – sondern wochenlange Belastung für ältere Menschen, Kleinkinder oder Menschen mit Vorerkrankungen. Und wenn es regnet, dann oft so stark, dass die Böden es nicht aufnehmen können – mit bekannten Folgen: Keller laufen voll, Straßen werden unpassierbar, Einsatzkräfte sind im Dauereinsatz.

Kein einmaliges Ereignis – sondern ein Trend

Und das ist nicht einfach „nur Wetter“. Die Daten zeigen: Das sind keine Ausreisser, das ist die neue Realität.
Hitzewellen kommen häufiger. Starkregen ist intensiver. Und das passiert nicht irgendwann in der Zukunft, sondern jetzt – jedes Jahr ein bisschen mehr.

 

3. Die grössten Sorgen der Bevölkerung und was dahintersteckt

Sich „ein bisschen Sorgen machen“ ist das eine. Aber was die Allianz-Umfrage zeigt, geht weit darüber hinaus. Die Sorgen sitzen tief – und sie betreffen das, was Menschen am meisten schätzen: Sicherheit, Familie, Zuhause.

Was bereitet den Menschen wirklich Angst?

Die Top-Sorgen im Überblick:

  • Umweltschäden (52,7 %)

  • Wohlergehen der Familie (46,7 %)

  • Risiken für den eigenen Wohnraum (45,1 %)

  • Existenzangst (20 %)

Nur eine kleine Minderheit – 13,4 % – sagt: Ich mache mir keine Sorgen. Das bedeutet im Umkehrschluss:
Fast neun von zehn Menschen in Österreich leben mit einem permanenten Gefühl von Unsicherheit.

Was heisst das für dich?

Ganz ehrlich: Diese Sorgen sind nicht übertrieben.
Wenn du also manchmal denkst, du überreagierst – nein.
Du siehst genau hin. Du nimmst die Veränderungen wahr. Und du willst wissen, was du tun kannst, bevor es zu spät ist.

 

4. Welche Massnahmen Menschen schon treffen (und welche du kennen solltest)

Angesichts der steigenden Risiken ist die gute Nachricht: Viele Menschen werden aktiv. Laut Allianz-Umfrage haben zwei Drittel der Befragten bereits konkrete Präventionsmassnahmen getroffen. Aber was genau tun sie – und reicht das wirklich?

Was die meisten schon tun

Am häufigsten geht es um Schutz vor Hitze – verständlich, wenn der Sommer zur Belastungsprobe wird:

  • 43,7 % haben Vorkehrungen wie Außenjalousien, Klimageräte oder bessere Isolierung installiert.

  • Andere setzen auf bessere Lüftung, Verdunkelung oder begrünte Aussenflächen.

Diese Massnahmen sind wichtig – aber sie helfen kaum, wenn Starkregen oder Überflutungen kommen.

Und was ist mit Versicherung?

31,1 % haben laut Umfrage entweder:

  • eine Versicherung gegen Extremwetter abgeschlossen, oder

  • ihre bestehende Versicherung überprüft und die Deckung erweitert.

Das ist ein sinnvoller Schritt – aber längst nicht Standard. Vor allem junge Menschen sind hier zögerlicher: In Wien haben nur 20,1 % vorgesorgt, in Kärnten dagegen 42,0 %.

Fazit:
Viele haben erste Schritte gemacht – aber es bleibt Luft nach oben. Wer glaubt, „ich bin ja eh versichert“, sollte dringend prüfen, was wirklich gedeckt ist.

 

5. Versicherung: Sinnvoller Schutz oder Abzocke?

Du fragst dich vielleicht: Bringt das wirklich was – oder will mir die Versicherung nur wieder was verkaufen? Eine verständliche Frage, gerade wenn Versicherungen kompliziert wirken oder im Ernstfall nicht zahlen.

Aber Fakt ist: Jeder zweite Schaden durch Naturkatastrophen ist heute nicht versichert. Und das kann richtig teuer werden.

Warum du deine Versicherung jetzt prüfen solltest

Viele Menschen glauben, ihre Haushalts- oder Gebäudeversicherung decke sowieso alles ab. Falsch gedacht. Schäden durch Hochwasser, Muren, Lawinen oder Erdrutsch fallen meist unter den Begriff „Elementarschäden“ – und die sind nicht automatisch versichert.

Wenn du also z. B. in einer Region wohnst, die von Starkregen betroffen ist (und das ist heute fast überall), solltest du:

  • deine bestehende Versicherung durchsehen,

  • klären, ob Naturkatastrophen eingeschlossen sind,

  • und eine Zusatzdeckung prüfen.

Warum Allianz eine Pflichtversicherung fordert

Die Allianz fordert eine gesetzlich verpflichtende Naturkatastrophenversicherung. Der Grund: Je mehr Menschen versichert sind, desto günstiger und gerechter wird es für alle. Und es verhindert, dass im Katastrophenfall der Staat (also alle Steuerzahler:innen) einspringen muss.

 

6. Solidarität, Feuerwehr & Frühwarnsysteme – Warum wir das nur gemeinsam schaffen

Du kannst dein Zuhause absichern, die Jalousien runterlassen, den Keller abdichten, eine Versicherung abschliessen – und trotzdem: Wenn die nächste Mure kommt oder ein Bach überläuft, wirst du Hilfe brauchen. Genau deshalb reicht individuelle Vorsorge allein nicht aus.

Wenn’s brenzlig wird, steht die Feuerwehr da

Beim Hochwasser im September 2024 wurde klar, wie wichtig das Netzwerk aus Freiwilligen und Berufsfeuerwehren in Österreich ist. Feuerwehrpräsident Robert Mayer fasst es so zusammen:

„Das Jahrhunderthochwasser letztes Jahr hat deutlich gemacht, dass besonders wir als Freiwillige Feuerwehr immer öfter und meist unter anspruchsvollen Bedingungen ausrücken müssen.“

Die Feuerwehr ist da – aber sie ist am Limit. Mehr Einsätze, mehr Verantwortung, immer kürzere Erholungsphasen.

Was die Allianz jetzt anders machen will

Die Allianz kündigt an, ihre Zusammenarbeit mit den Feuerwehren auszubauen – u. a. mit Prävention, Gefahrenaufklärung, Schulungen und digitalen Frühwarnsystemen.
Denn: Prävention beginnt im Kleinen – bei jedem Einzelnen. Dieser Trend dürfte auch auf andere Versicherungsplayer ein Thema sein. 

 

7. Fazit: Du kannst etwas tun – und solltest es auch

Wenn du bis hierhin gelesen hast, dann weisst du:
Extremwetter ist kein entferntes Zukunftsthema mehr.
Es ist real. Es betrifft dich. Und es wird nicht weniger.

Die Daten aus der Allianz-Umfrage sprechen klar:

  • 82 % der Menschen in Österreich haben bereits Extremwetter selbst erlebt.

  • 87 % machen sich Sorgen – um ihr Zuhause, ihre Familie, ihre Existenz.

  • Der Sommer 2025 war einer der heissesten überhaupt. Und der nächste kommt bestimmt.

Das alles klingt beunruhigend – und das ist es auch.
Aber du bist dem nicht hilflos ausgeliefert.

Was du jetzt konkret tun kannst:
  • Prüfe deine Versicherung.

  • Besprich Notfallpläne mit deiner Familie.

  • Triff bauliche Massnahmen, wo möglich.

  • Nutze Frühwarnsysteme und informiere dich über lokale Anlaufstellen.

  • Rede mit anderen. Je mehr vorbereitet sind, desto stärker sind wir als Gemeinschaft.

Der Klimawandel wird nicht morgen aufhören. Aber wir können dafür sorgen, dass er uns nicht unvorbereitet trifft.

Beitrag vom 20.10.2025